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Sexualhandel existiert weltweit auf nationaler und internationaler Ebene und ist definiert als eine Form des Menschenhandels zum Zwecke der erzwungenen Sexarbeit. Hierzu gehören Prostitution, Kindersextourismus (child sex tourism – CST), häuslicher Sexualhandel mit Minderjährigen (domestic minor sex trafficking – DMST), sexuelle Ausbeutung von Kindern (child sexual exploitation – CSE), sexuelle Sklaverei, Sexarbeit und Pornografie. Es handelt sich um ein Geschäft, das sich aus den Betroffenen (den Opfern), den Verbrauchern (den Käufern) und den Personen zusammensetzt, die die Opfer beschaffen und an die Verbraucher liefern (den Menschenhändlern). Menschenhändler wenden Zwang, Gewalt, Drohungen, Lügen, Schuldknechtschaft, Machtmissbrauch und andere Formen der Nötigung an, um Erwachsene und Kinder zu zwingen, gegen ihren Willen sexuelle Handlungen zu kommerziellen Zwecken durchzuführen.
Sexualhandel ist in fast allen Ländern der Welt illegal.
Obwohl nationale und internationale Institutionen versuchen, die Gesetzgebung zur Bekämpfung des Menschenhandels zu regulieren und durchzusetzen, können korrupte lokale Regierungen und Polizeikräfte in Ringe von Sexualhändlern involviert sein, was den Prozess des Menschenhandels fördert.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation gibt es weltweit rund 4,8 Millionen Opfer sexueller Ausbeutung. Obwohl ein kleiner Prozentsatz von Männern und Jungen Leidtragende in der Sexbranche sind, sind 99% der Opfer Frauen und Mädchen [1]. Davon sind etwa 2 Millionen Kinder [2].
Frauen und Mädchen werden von jedem Land in andere Länder verschleppt: Opfer gibt es überall. Die Opfern des Menschenhandels verbindet oft extreme Armut. Wo es keine wirtschaftlichen Alternativen gibt, sind Frauen und Mädchen anfälliger für sexuelle Ausbeutung.

Obwohl Prostitution von Minderjährigen in den meisten Ländern illegal ist, ist sie in einigen der ärmsten Länder erlaubt, was auch den Sexualhandel von Kindern foerdert.

In den USA erhält das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder („NCMEC") jährlich etwa 10.000 Berichte über Sexualhandel mit Kindern. Die Mehrheit dieser Kinder wird online gehandelt [3] [4].

Sogar die konservativsten Gesellschaftsformen waren in der Lage, verschiedene Wege des Sexualandels mit Kindern zu finden - und machten diese Praxis gar gesellschaftsfähig.
In bestimmten islamischen Gemeinschaften verkaufen verarmte Familien minderjährige Mädchen in „temporäre Ehen“, die als Nikah Al-Mutah (wörtlich „Lustheirat“) bezeichnet werden [5]. Durch diese Praxis werden junge Mädchen dazu gezwungen, einen Mann zu heiraten und die sexuellen Pflichten einer "Ehefrau" zu erfüllen. Bei diesen Ehen handelt es sich um mündliche oder schriftliche Verträge, die keine Mindest- oder Höchstlaufzeit haben und von wenigen Minuten bis 99 Jahren dauern können. Am Ende der Vertragslaufzeit endet die Ehe und die Ehefrau muss sich einer Periode der Enthaltsamkeit von der Ehe und somit dem Geschlechtsverkehr unterziehen: Dies soll allen Kindern Gewissheit über den Vater geben, falls die Ehefrau während dieser vorübergehenden "Lustheirat" schwanger wird. Nach Ablauf dieser Zeit kann das junge Mädchen im Rahmen dieser legalisierten Form der Prostitution „weiterverkauft“ werden.

Jedes Jahr werden in Indien Tausende kleine Mädchen im Alter von vier bis fünf Jahren zu einer lebenslangen "religiösen Prostitution" gezwungen, indem sie zu sogenannten Devadasis werden. Eine Devadasi, was als "Dienerin Gottes" übersetzt wird, ist ein Mädchen, das von ihren eigenen Eltern durch eine Zeremonie der Göttin Yellamma "geweiht" wird. Nach der Zeremonie kehrt das Mädchen ins normale Leben zurück, bis es in die Pubertät kommt (zwischen 10 und 13 Jahren). Zu diesem Zeitpunkt wird die Jungfräulichkeit des Mädchens (im Allgemeinen von ihrer Mutter oder Großmutter) an jemanden verkauft, der das Mädchen zum ersten Mal missbraucht.
Dies ist ein System, das Kinder in Prostituierte und Eltern in Zuhälter verwandelt, die die Mädchen zu einem Leben in der Prostitution verurteilen.
Im Allgemeinen sind die Töchter einer Devadasi dazu bestimmt, selbst Prostituierte zu werden.
Wenn die Devadasi etwa 35 Jahre alt ist, ist sie "alt" und es besteht keine Nachfrage mehr nach ihren Diensten: Im Allgemeinen kann sie nur noch betteln um zu überleben [6].

In Ländern wie Kambodscha und den Philippinen ist es in armen Familien üblich, die Jungfräulichkeit von Mädchen bereits ab 6 Jahren zu verkaufen - komplett mit einem Jungfräulichkeitszeugnis eines Arztes.



[1] Global estimates of modern slavery: forced labour and forced marriage. International Labour Organization and Walk Free Foundation, 2017 http://www.ilo.org/global/topics/forced-labour/lang--en/index.htm

[2] Factsheet on commercial Explotation and trafficking of children https://www.unicef.org/indonesia/Factsheet_CSEC_trafficking_Indonesia.pdf

[3] Missing Children, State Care, and Child Sex Trafficking.National Council of Juvenile and Family Court Judges and National Center for Missing & Exploited Children 2015. https://www.ncjfcj.org/DCST-TAB

[4]I am Jane Doe (2017). Documentary about the battle that several American mothers are waging on behalf of their middle-school daughters, victims of online sex trafficking. https://www.iamjanedoefilm.com/

[5] https://en.wikipedia.org/wiki/Nikah_mut%27ah

[6] Prostitutes of God by Sarah Harris (Documentary 2010). https://en.wikipedia.org/wiki/Nikah_mut%27ah

[7] https://www.theguardian.com/society/2014/jul/06/virginity-for-sale-cambodia-sex-trade

[8] http://edition.cnn.com/interactive/2013/12/world/cambodia-child-sex-trade/